Frau in einer Badewanne

Warum sind Rituale wichtig?

Jede wiederkehrende Tätigkeit, sei es das morgendliche Zähneputzen oder die jährliche Weihnachtsfeier, ist ein Ritual. Das mag uns so nicht immer bewusst sein, jedoch bauen wir in unser Leben eine Menge ritualisiertes Verhalten ein und machen bestimmte Dinge immer auf die gleiche Art und Weise. Warum eigentlich? Nun, welche Bedeutung Rituale für uns haben, merken wir erst, wenn wir sie nicht ausführen können.

Struktur & Ordnung

Man muss kein allzu ordnungsliebender Mensch sein, um zu erkennen, dass feste Strukturen jeglicher Art nützlich sind, um sich schneller zurecht zu finden, ob im Job oder im Alltag. Wenn man gewisse Leitplanken sieht, werden oftmals fast von alleine Pfade sichtbar, auf denen wir wandeln können. Es fällt uns leichter von A nach B unterwegs zu sein, als in der Unordnung das nächste Ziel zu suchen.

Diese Leitplanken sind wiederkehrende Ereignisse, Aufgaben und Tätigkeiten, auf die wir regelmäßig treffen. Sie helfen uns, eine Struktur in unserem Leben aufzubauen, die wiederum dafür sorgt, dass wir uns auf das Tun konzentrieren können und weniger Zeit damit verbringen, uns neu zu orientieren.

Gewohnheit & Sicherheit

Wenn wir etwas immer wieder tun, dann bringen wir auch immer Aspekte unserer eigenen Persönlichkeit mit in die entsprechenden Handlungen ein. Das hilft uns dabei, aus einer vielleicht sogar lästigen Pflicht eine Gewohnheit zu machen. Etwas, das uns vertraut ist, schafft Sicherheit. Das reduziert die Menge an neuartigen Geschehnissen in unserem Leben und es ergeben sich Traditionen, z. B. die Morgenroutine, die für viele das morgendliche Waschen, Frühstücken und Nachrichtenschauen beinhaltet.

Selbständigkeit & Resistenz

Oftmals fühlen wir uns unwohl, wenn unsere Routine nicht wie gewohnt ablaufen kann. Dadurch fühlen wir uns in unserer gewohnten Sicherheit angegriffen und müssen einen Weg finden, damit umzugehen und flexibel zu reagieren, z. B. indem wir bei kurzfristigen wie langfristigen Veränderungen unsere Rituale und Routinen entsprechend anpassen. Das erlaubt uns wiederum unsere Sicherheit beizubehalten und uns resistenter gegen weitere Wandlungen und Umbrüche jeglicher Art macht. Das bedeutet gleichzeitig natürlich auch, dass das Wiederkehrende in unserem Leben uns auch selbständig und unabhängig macht. Denn, wenn wir uns sicher fühlen, trauen wir uns auch Neues zu. Auf einer starken Basis können wir aufbauen, auf einem massiven Fundament können wir selbstbestimmt das Haus unseres Lebens errichten.

Selbstbewusstsein & Freiheit

Selbstbestimmtheit ist grundsätzlich ein sehr wichtiger Faktor in unserem Leben. Mit einem höheren Grad an gefühlter und tatsächlich erlebter Freiheit können wir besser eigene Entscheidungen treffen. Das hilft wiederum Dinge, die wir vermeintlich nicht ändern können, zu akzeptieren und in unser Leben zu integrieren. So wird aus einer rein als notwendig empfundenen Pflicht eine selbstbewusst und proaktiv gelebte Verantwortung. Natürlich haben wir immer eine Wahl, unabhängig von jeglichen Konsequenzen – auch bei moralisch unentrinnbaren Situationen ist es trotzdem letztendlich unsere Entscheidung, sich ihnen zu stellen, auch wenn wir denken, es ginge nicht anders. Es ist ein selbstbewusster, selbstbestimmter Akt unseres Handelns. Und auch so können aus lästigen Dingen in unserem Leben Rituale werden. Oftmals verändern sich diese Dinge gar nicht, ihre Bedeutung und ihre Macht für bzw. über uns unterscheidet sich jedoch massiv in Abhängigkeit davon, wie wir sie empfinden und einordnen oder anders gesagt: die eigene Einstellung macht den Unterschied.

Gesundheit & Wohlbefinden

Positives und Negatives, aber auch den Graubereich dazwischen zu akzeptieren, trägt enorm viel dazu bei, wie wir uns fühlen. Alles ist eine Frage der Einstellung, der Sichtweise. Unsere Rituale und ihre Ausgestaltung unsererseits sind demzufolge nicht nur Symptome unseres Weltbildes. Sie sind auch wichtige Säulen unseres geistigen, seelischen und körperlichen Wohlbefindens. Wir würden uns nicht so unwohl fühlen, wenn unsere Alltagsstruktur aus den Fugen gerät, wenn es keinen Einfluss auf unsere Gesundheit hätte. Natürlich sind die Auswirkungen selten dramatisch, aber man darf nicht vergessen, dass auch häufige kleine Belastungen schnell zu einem Berg anwachsen können. Insofern ist es wichtig, dass wir uns unserer Lebensstruktur gewahr sind. 

Bewusstsein & Achtsamkeit

Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Leben kann enorm hilfreich sein. Erst einmal hilft er uns, uns selbst besser kennenzulernen und zu verstehen, was uns gut tut und was nicht. Dieses Wissen können wir wiederum dafür nutzen, unser eigenes Verhalten und unsere Lebensumstände, soweit möglich, entsprechend anzupassen und unsere Lebensqualität selbstbestimmt zu erhöhen. Ein achtsames Erleben unserer regelmäßigen Rituale und Routinen hilft auch festzustellen, wann es Zeit ist, auch dort etwas anzupassen, z. B. weil sich unser Geschmack geändert hat, wir uns weiterentwickelt haben oder einfach nur mal etwas anderes ausprobieren wollen. Änderungen sind schließlich auch immer Chancen und man muss nicht immer warten, bis sie vom Himmel fallen, wir sind absolut dazu in der Lage, uns selbst neue Möglichkeiten zu erschließen. Das alles beachtend, kann man zugespitzt sagen, dass man durchaus aus der lästigsten Pflicht einen Verwöhnmoment schaffen kann, wenn man in seinem individuellen Fall genau weiß, wie und warum man etwas gut oder weniger gut findet.

Auszeiten & Erholung

Apropos Verwöhnen: Rituale sind nicht zwangsläufig nur im weitesten Sinne aktive oder aktivierende Handlungen. Auch Auszeiten und Erholphasen sollten wir ritualisieren. In gewissem Maße tun wir das alle, in dem wir z. B. ab und an Urlaub haben. Im Alltag hilft das allerdings wenig. Es ist wichtig, sich auch immer wieder im kleineren Umfang eine Pause zu gönnen. Das kann Yoga sein, Meditation, ein Vollbad oder ein Mittagsnickerchen, ganz egal, Hauptsache es hilft uns, vom Alltäglichen etwas Abstand zu gewinnen und Energie zu tanken. Wir haben schließlich alle schon in der Schule gelernt, dass regelmäßige Pausen sehr schön sind.

Starrheit & Sturheit

Bei allem Positiven, das Rituale mit sich bringen, müssen wir dennoch so sensibel bleiben, dass wir uns nicht stur und starr Verhaltensweisen aneignen und sie horten, ohne Veränderungen zuzulassen. Offenheit ist wichtig, um sich weiterzuentwickeln und Traditionen jeglicher Art können die Gefahr bergen, dass man sich in seiner Komfortzone fensterlos einbetoniert.

Fazit

Bewusste Rituale sind wichtig, denn sie bedeuten Sicherheit, Widerstandsfähigkeit und mehr Kontrolle und Selbstbestimmtheit im und über das eigene Leben. Gewohnheiten schaffen Orientierungspunkte im Alltag und darüber hinaus. Jedes ritualisierte Verhalten zahlt auf unsere mentale und physische Gesundheit ein und durch einen achtsamen Umgang mit unseren Verhaltensmustern können wir für uns mehr Erholung aus dem stressigen Alltag herauskitzeln. Bei all dem Guten ist dennoch immer Umsichtigkeit gefragt, damit man nicht irgendwann an Überholtem festhält. Insofern bleibt an dieser Stelle nur der Aufruf an dich: bleib offen und feiere deine Rituale!

Kennst du schon unsere beiden? Das Ritual Duschen und das Ritual Waschen & Bürsten freuen sich, von dir entdeckt zu werden!