Frau schaut hinaus aufs Meer und hält ihren Hut fest

Vom Stressalltag zum inneren Sommer

Wir sind täglich Phänomenen ausgesetzt, die Stress verursachen. Von der auf allen Kanälen omnipräsenten Informationsflut über private Pläne und Sorgen bis hin zum beruflichen Themen. Sich dabei so gar nicht stressen zu lassen ist oft nahezu unmöglich. Aber wie schaffen wir es denn, den Alltag mit all seinen Stressfallen erfolgreich und vor allem entspannt zu bewältigen?

Wir verstehen unter dem Begriff "innerer Sommer" den Zustand, an dem du ausgeglichen bist und Zugang zu all deinen Fähigkeiten, deiner individuellen, persönlichen Kraft hast. Ein bisschen mehr dazu erfährst du in unserer Unternehmensphilosophie. Im folgenden geben wir Dir Tipps und Hinweise, wie du deinen inneren Sommer findest.

Der Sinn der Dinge

Stress kann durchaus gut sein. Positiver Stress ist ein Druckgefühl, dass zu Inspiration und vor allem Motivation führt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man nachvollziehen kann, warum und wofür man etwas tun muss und hinter diesen Gründen steht. Stichwort Sinnhaftigkeit. Wenn man nicht versteht, wozu eine Tätigkeit gut sein soll, dann schlägt das nur allzu oft in negative Gefühle um und das solltest du vermeiden. Wenn etwas nicht klar ist, dann stell Fragen und bestehe auf sinnvolle Antworten. Wir sind alle ziemlich robust, aber überstrapazieren sollten wir uns möglichst nicht, denn das ist nicht nachhaltig für unser Wohlbefinden. Ergo: Mach dir in stressigen Zeiten und Situationen immer bewusst, warum und wofür du etwas tust und dann wird es dir damit besser gehen.

Multitasking

Multitasking ist heutzutage ein beliebtes Stichwort. Viele brüsten sich damit, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu können. Ob ihnen dann aber auch all diese Dinge in der bestmöglichen Art und Weise gelingen ist eine andere Frage. Eigentlich ist es nicht sinnvoll zu viel gleichzeitig zu tun. Erstens leidet die Konzentration darunter, wir werden stärker beansprucht und sind daher auch schneller erschöpft. Das erscheint nicht sinnvoll. Mach Dinge lieber nacheinander als zeitgleich. Nimm dir ausreichend Zeit pro Thema, um dich auch nachhaltig darum kümmern zu können, sonst läufst du Gefahr, dass es regelmäßig als Bumerang zu dir zurückkommt, weil du einige Punkte vernachlässigt hast, die von vornherein geklärt werden sollten.

Priorisierung

Zeit nehmen, achtsam an Dingen und Themen arbeiten: Was leicht klingt, ist in der Praxis oftmals tatsächlich eine Herausforderung. Bei aller Achtsamkeit und Nachhaltigkeit wollen wir ja auch effizient sein. Also wie sinnvoll priorisieren? Wir schlagen dir vor, jedes Thema zu bewerten: Ist es wichtig und/oder dringend? Klingt banal, aber kann dir unfassbar viel Zeit und Nerven sparen. Ehrlicherweise sind die meisten Dinge, mit denen wir täglich konfrontiert werden, irgendwie wichtig. Sie sind aber bei Leibe nicht alle dringend. Und das ist gut so, denn so kannst du dich an der Dringlichkeit orientieren, schließlich können Dinge, die zwar wichtig, aber wirklich nicht dringend sind, auch mal ein bisschen warten.

Balance und Ausgleich

Suche dabei nach einem Gleichgewicht, bei allem, was du tust. Wer viel arbeitet, muss sich auch viel und vor allem regelmäßig erholen können, um eine Überlastung zu vermeiden. Wenn du für heute die dringenden Themen durch hast, dann gönne dir den Raum auch mal an einem wichtigen, aber nicht dringenden Herzensthema zu arbeiten. So stellst du sicher, dass du nicht nur der Dringlichkeit hinterher rennst, sondern auch Zeit und Raum für das hast, was dir wichtig ist. Und andererseits: wenn du viel arbeitest oder grundsätzlich viel zu tun hast, denk daran Pausen zu machen. Erholung ist keine Faulheit! Jede Batterie, jeder Akku muss aufgeladen werden, denn Energie ist nur begrenzt speicherbar und wenn man sie verbraucht, muss man auch sicherstellen, dass man neue Energie dazugewinnt.

Abstand

 

Wenn wir mit Leidenschaft an etwas arbeiten, dann kommt es oft vor, dass uns unsere Arbeit bzw. die Tätigkeit, die wir ausführen, persönlich sehr wichtig wird. Das ist an sich nicht unbedingt verkehrt. Wir müssen dabei nur aufpassen, dass für uns Dinge einen hohen Stellenwert einnehmen, die diesen nicht haben sollten. Ein Beispiel: viel arbeiten ist absolut okay, aber deine Arbeit sollte weder dich, noch dein Leben definieren. Falls das doch der Fall ist, dann riskierst du große Enttäuschungen und durchaus auch viel unnötigen Stress, da du eventuell dazu tendierst, bestimmten Themen einen enorme Wichtigkeit zuzuschreiben, die objektiv gesehen mit dir als Person und mit deinem persönlichen Leben eigentlich nicht so viel zu tun haben. Und das ist der Punkt: nimm Dinge nicht persönlich, wenn sie nichts mit dir zu tun haben. Das bedeutet nicht, dass du deine Leidenschaft verlieren sollst, ganz und gar nicht. Es bedeutet lediglich, dass deine Existenz nicht darüber definiert wird, was dein Beruf ist, ob du gut in einem bestimmten Thema bist, ob du heute viel geschafft hast etc. Gehe ein bisschen in den Beobachtermodus: ist das, was du gerade tust, etwas, dass auch noch in 5 oder 10 Jahren für dich wichtig sein wird? Falls nein, dann sollte es dir auch keinen großen Stress bereiten.

Verteidigungsmodus

Stress oder vielmehr Frust entsteht manchmal dadurch, dass man sich angegriffen fühlt. Vielleicht hat jemand etwas Unpassendes gesagt, vielleicht hat jemand etwas getan, das bei uns auf Unverständnis traf. Wir gehen über in eine Verteidigungshaltung über und fangen an, uns zu rechtfertigen und das Verhalten der anderen Person zu verurteilen. Das ist, wenn auch verständlich, kein konstruktives Verhalten. Mehr Unsachlichkeit ist keine angemessene Reaktion auf Unsachlichkeit, auch wenn uns unsere Reaktion gar nicht so unsachlich vorkommt. Das ist sie aber, weil wir vom eigentlichen Thema abdriften und uns stattdessen mit dem Verhalten einer anderen Person beschäftigen.

Was hilft in so einer Situation? Erst einmal tief Luft holen und Abstand gewinnen. Frag dich, warum sich diese Person so und so verhalten hat. Ist sie vielleicht verunsichert? Fühlt sie sich ihrerseits angegriffen? Es geht nicht darum, ihr Verhalten zu bewerten, sondern darum, eine Erklärung zu finden, die es dir leicht macht, zurück zur Sachebene und damit zum eigentlichen Thema zurückzufinden.

Mach dir bewusst, dass das eigentliche Anliegen der Person es nicht ist, dir eins auszuwischen. Wahrscheinlich ist ihr Verhalten ihrerseits eine Verteidigungsreaktion. Dieses Denkmuster wird dir helfen, der Person empathisch zu begegnen und eine Lösung zu finden.

Lösungen statt Probleme

Bei all den Fragen und Problemen des (Arbeits-)Alltags ist es nur allzu einfach sich in der Analyse dessen, das geklärt werden muss, zu verlieren. Meistens ist das jedoch gar nicht notwendig, weil es zur Lösungsfindung ab einem gewissen Punkt nichts mehr beiträgt. Gerade, wenn du in hoher Frequenz Lösungen finden musst, musst du dich damit abfinden, dass du es dir zeitlich nicht leisten kannst, jede Fragestellung erschöpfend durchzuanalysieren, nicht zuletzt, weil es dir persönlich wahrscheinlich auch gar nichts bringt.

Konzentriere dich immer darauf, nur Dinge zu tun, dir zur Lösung beitragen. Mach das bewusst: Wenn du dich gerade mal wieder in 1.000 Themen ertrinkend wiederfindest, nimm dir eins nach dem anderen vor und frage dich jederzeit, bei allem, was du tust, ob es etwas zur Lösung beiträgt. Falls ja: Go! Falls nein: Lass es sein! Oder in anderen Worten: Sei ein Teil der Lösung, nichts Teil des Problems.

Probleme anderer Leute

Hilfsbereit zu sein ist eine fantastische Eigenschaft. Die Kehrseite ist allerdings, dass man sich manchmal ausnutzen lässt, ohne es zu merken. Gute Hilfe ist es, jemanden zu ermächtigen, etwas selbst zu tun. "Schlechte" Hilfe ist dagegen, etwas einfach zu übernehmen und selbst zu machen. Das ist natürlich auch manchmal in Ordnung, z. B. wenn jemand anderes überlastet ist und man selbst Kapazität hat. Die Regel sollte das aber nicht sein. Weder ist es dein Job, den Job anderer Leute zu machen, noch darf es auf der anderen Seite passieren, dass u. U. deine eigenen Themen darunter leiden, dass du dich mit denen anderer Leute beschäftigen musst.

Wenn jemand an dich mit einem Hilfeersuchen herantritt, frage immer nach, was du genau für die Person tun kannst. Je nach dem, wonach gefragt wird, entscheide, ob du das leisten kannst und ob es angemessen ist. Es darf nicht passieren, dass du die Probleme anderer Leute zu deinen eigenen machst. Du hast ja schon genug eigene. Es ist vollkommen okay, jemand anderem bei der Lösungsfindung zu unterstützen, solange diese Person weiterhin die eigene Verantwortung trägt.

Gute Planung, erreichbare Ziele

Ob Du ein Organisationstalent oder ein Chaot bist, spielt eigentlich keine Rolle, denn auch das größte Chaos wird von einer eigenwilligen Logik beherrscht. Was dir aber bewusst sein sollte, dass ein grober Fahrplan von A nach B, sofern du nach B möchtest, immer helfen wird. Wie dieser Fahrplan genau aussieht, kannst du für dich individuell selbst festlegen, schließlich ist es deine Fahrt. Vermeide nur, plötzlich in C zu landen, weil dein Fahrplan für deine Bedürfnisse zu ungenau war und denke immer daran: Der Mensch braucht Pläne!

Und zu Plänen gehören auch Ziele. Langfristige, mittel- und kurzfristige und auch Teilziele. Es ist die reinste Freude, hinter Erledigtes Häkchen zu machen. Je mehr es in deinem Plan abzuhaken gibt, desto mehr Freude wirst du auf deinem Weg von A nach B haben. Kleiner Tipp: Spalte jedes große Ziel in mehrere kleinere. So bleibt alles erreichbar und du hast nicht das Gefühl, die Belohnung würde erst bei 100 % Erreichung warten. Nein, belohnen kannst du dich auch zwischendurch mal, gerne auch bei 15 %, 45 % und selbst bei 73,78 %. Du entscheidest wie, wann und wo, schließlich sind es deine Ziele.

Erholung

Du musst nicht auf den nächsten Jahresurlaub warten, um dich zu erholen. Ist das nicht toll? Du kannst dir jederzeit eine Ruhepause gönnen. Was hilft dir loszulassen? Ein Spaziergang, ein Treffen mit Freunden, Dösen auf dem Sofa, ein schön warmes Bad oder ein Kurztrip? Das lässt sich alles auch zwischendurch realisieren und das solltest du auch tun. Viele kleine Pausen werden dich dabei unterstützen, dass du dazwischen leistungsfähiger bist. Aber auch große Pausen, z. B. mal für 2 Wochen wegfahren, sind ein Muss. Es muss auch nicht immer teuer sein, vielleicht kannst du z. B. Verwandte besuchen? Oder du machst Wohnungssitting bei jemandem, der verreist. So kannst du es dir in einem neuen Umfeld für eine Weile gemütlich machen. Den größten Effekt haben Erholungsaktivitäten immer dann, wenn der Unterschied zum Alltag am größten ist, denn dann kannst du eben jenen am besten loslassen. Denn genau das ist Erholung: ein kurzzeitiger Ausbruch aus dem Normalzustand.

Wünsche und Träume

Dein Leben ist weitaus mehr als die Summe der Erledigungen, die du täglich managst. Auch du hast Wünsche und Träume. Es klingt mit Sicherheit heftig abgedroschen, aber umso mehr ist es auch wahr: das Leben ist kurz. Das heißt, du hast keine Zeit. Wenn es nicht dein einziger Wunsch ist, als Renter durch die Südsee zu schippern, solltest du auch heute statt morgen dich daran machen, deine Wünsche und Träume zu realisieren, damit es nicht irgendwann zu spät ist und du feststellst, dass du nie Zeit für dies oder jenes hattest. Es ist deine Zeit, also nimm sie dir. Keine Ausreden, deine Traumleben wartet!

Hilfe annehmen

Wir haben alle manchmal das Gefühl, dass wir die Last der Welt auf unseren Schultern stemmen. Dabei muss das nicht so sein. Du musst nicht alles allein und nicht alles selbst machen. Es gibt genug Leute um dich herum, die dir was abnehmen können und vielleicht sogar sollten. Mache selbst "nur" soviel, wie du selbst tun kannst und für den Rest suche jemanden, der helfen kann.

Hilfe ist ein Begriff, der manchmal etwas seltsam interpretiert wird. Als wäre das etwas Unnötiges, dass man sich nicht leisten darf. Weit gefehlt. Die besten Manager sind die, die sich nicht in Details verlieren und mit Einzelaufgaben aufhalten, sondern die, die das große Ganze vorantreiben und einzelne Themen delegieren. Hilfe ist nicht anstößige Arbeitsverweigerung, Hilfe ist nachhaltige Arbeitsteilung und eine ausgezeichnete Qualität lösungsorientierten Managements.

Geistiges Wohlbefinden

Es gibt unzählige Phänomene und Gefühle, die in diesem kurzen Blogbeitrag unerwähnt bleiben und die dennoch ein Grund sein können, warum du dich gestresst fühlst oder stark unter Strom stehst. Auch wenn wir sie nicht alle einzeln durchgehen können, schließlich sind wir für diese Themen keine Experten und dieser Artikel kann auch keine individuelle Beratung ersetzen, so möchten wir dennoch wenigstens allgemein darauf eingehen.

Zugegeben, wenn dich ein bestimmtes Thema enorm stark belastet, dann werden dir keine Weisheiten jeglicher Art einfach mal so von diesem Druck befreien und man kann ihn nicht weginspirieren. Aber eines können wir dir an dieser Stelle dennoch mitgeben: Das Gute an Sorgen jeglicher Art ist, dass man sie teilen kann. Also teile sie! Das kann z. B. jemand sein, der einfach mal zuhört. Unterschätze nicht die Kraft eines guten Gesprächs. In den tiefsten, dunkelsten inneren Stürmen sind es ganz oft unsere Lieblingsmenschen, die die Sonne für uns aufgehen lassen. Also gib ihnen fairerweise die Gelegenheit, eben das für dich zu tun. Gemeinsam schaut es sich sowieso viel angenehmer in die gleiche Richtung.

Es muss aber auch nicht unbedingt einer deiner normalen Vertrauten sein. Therapeuten oder auch Coaches sind ja dazu ausgebildet, Menschen mit unterschiedlichen enormen Belastungen zu unterstützen, also ist es immer eine gute Idee, diese Angebote zu nutzen. Sprich dazu einfach mal deinen Hausarzt an und schaue, was dir da geraten wird.

Zudem gibt es eine andere, tolle Möglichkeit für jedes Thema, dass dich beschäftigt und zwar ganz einfach, anonym und jederzeit, 24 Stunden am Tag: die deutsche TelefonSeelsorge. Du erreichst sie kostenlos unter 0800 1110111 bzw. im Internet unter www.telefonseelsorge.de, dort auch per Chat und Mail.

Der Weg zum inneren Sommer

Der Weg zum inneren Sommer, zu diesem Zustand an dem wir uns in unserem Inneren wohl fühlen und all unser Potential aktivieren können ist für jeden unterschiedlich. Die Gemeinsamkeit ist jedoch, dass wir uns alle auf diesem Weg befinden, bewusst oder unbewusst. Wir wünschen dir, dass du ihn bewusst gehst, jeden Tag einen Schritt in die richtige Richtung. Finde Sinn, Konzentration, die richtige Reihenfolge, Gleichgewicht, Abstand, ganz viele passende Lösungen und vor allem Weggefährten, mit denen du dich wohlfühlst und die deine Reise unvergesslich machen.