Klee

Neues Jahr, neues Glück

Hast du dir dieses Jahr etwas vorgenommen? Stichwort Neujahrsvorsätze. Das ist ja so ein Thema: die einen sind jedes Jahr aufs Neue dabei, die anderen verdrehen nur zynisch die Augen, weil man ja vermeintlich eh nichts durchhält. Warum nehmen sich Menschen zu Neujahr etwas vor?

Abgrenzung

Zum einen ist der Beginn eines neuen Jahres natürlich immer ein Abschied. Mindestens vom alten Jahr, aber auch eventuell von alten Problemen oder sogar vom alten Ich. So ein Datum wie der 1.1. ist natürlich ein schöner Ankerpunkt und klingt schon nach Reset, Neuanfang und Umorientierung. Prinzipiell kann es natürlich auch der 1.3. oder der 1.7. sein, das Bemerkenswerte ist dabei lediglich, dass es uns Menschen sehr oft einfacher fällt, Änderungen vorzunehmen, wenn wir sie an ein für uns besonderes Datum knüpfen. Genauso gut kann es auch der eigene Geburtstag sein, ein neues Lebensjahr quasi. Oder jedes andere Datum oder Ereignis, das uns etwas bedeutet. Das hilft uns, das erträumte Neue vom ungewünschten Alten abzugrenzen. Klar, das ist nur eine Formalität, gleichzeitig ist es doch so, dass auch Formelles sehr helfen kann, Emotionales zu sortieren, aufzuräumen und zu verorten.

Hervorhebung

Das Verknüpfen eines Plans mit einem Datum, seien es Vorsätze oder etwas anderes, ergibt auch eine zeitliche Orientierung. Wir wissen, wann unser Wunsch beginnt Realität zu werden. Das ist für uns etwas Besonderes und wir wollen das auch entsprechend hervorheben, wenn vielleicht auch nur für uns selbst. Denn so, wie Vorsätze nun einmal individuell und persönlich sind, so ist auch deren Bedeutung. Insofern kann man getrost all die Zyniker und Skeptiker ignorieren, die sich eventuell sogar abfällig über unsere Pläne äußern. Deren Einstellungen und Ansichten vergiften letzten Endes primär ihre eigene Lebensweise. Wir sollten dagegen an unseren Vorhaben festhalten, so lange und so gut wir können, denn Menschen mit Plänen kommen weiter und erreichen mehr als planlose Meckerer.

Erwartungen

Der größte Kritikpunkt (und oftmals auch einfach nur pure Erwartung) an Neujahrsvorsätzen ist, dass der Urheber das, was er sich vornimmt nicht schafft, nicht durchhält oder gar nicht erst in Versuchung kommt, anzufangen, seinen Plan umzusetzen. Abgesehen von dieser reinsten Toxizität, sollte man das nicht so streng sehen. Auch wenn man sich zu viel vornimmt, kommt man weiter, als jemand, der sich gar nichts vornahm. Ist das wirklich ein Misserfolg? Eigentlich ist es genau das Gegenteil. Jeder Schritt nach vorne bringt uns vorwärts. Vielleicht können wir also an dieser Stelle etwas lernen und zwar, unsere Erwartungen so zu lenken, dass sie sich nicht an den Polen "Nichts" oder "Maximalergebnis" wiederfinden, sondern an einem Punkt irgendwo dazwischen, der uns Zufriedenheit schenken kann, auch wenn wir nicht das Nonplusultra erreicht haben. Denn jedes Mehr ist mehr als vorher und das ist in jedem Fall ein Erfolg.

Neues Glück

Da sind wir also im neuen Jahr und der Januar ist schon fast rum. Trotzdem nutzen wir diese Gelegenheit, um dir und all deinen Lieben gutes Gelingen zu wünschen, bei allem, was ihr euch für dieses und jedes andere Jahr vornehmt.